Reitz Modellbau




Das Kraftwerk Trebbiner Strasse


Mit der Inbetriebnahme der elektrischen Hoch- und Untergrundbahn in Berlin am 18. Februar 1902 wurde zur Sicherstellung der Energieversorgung ein eigenes Gleichstromkraftwerk in der Trebbiner Straße nahe dem Gleisdreieck errichtet. Die Anlage war zunächst mit drei stehenden Verbunddampfmaschinen ausgestattet, die jeweils mit Gleichstromdynamos von 800 kW Leistung bei einer Betriebsspannung von 780 Volt gekoppelt waren. Die Dampferzeugung erfolgte über sechs Wasserröhrenkessel mit einer gesamten Heizfläche von rund 1500 m², die in einem über der Maschinenhalle angeordneten Kesselgeschoss untergebracht waren. Die Wahl des Standortes orientierte sich an der zentralen Lage innerhalb des zunächst vorgesehenen Schnellbahnnetzes. Bereits kurz nach Aufnahme des Bahnbetriebs machte das stark anwachsende Verkehrsaufkommen eine Erweiterung der Kraftwerkskapazitäten erforderlich. Noch im Jahr 1902 wurde daher eine zusätzliche stehende Zweifach-Expansionsdampfmaschine mit einem 1100-kW-Gleichstromgenerator installiert. Im Jahr 1904 folgte die Aufstellung einer weiteren Maschine gleicher Leistung. Parallel hierzu wurde die Kesselanlage durch vier zusätzliche Dampfkessel erweitert, um den steigenden Energiebedarf dauerhaft sicherzustellen. Mit der Streckenverlängerung von Bahnhof Knie bis Bahnhof Wilhelmplatz in Charlottenburg im Jahr 1906 stießen die bisherigen Versorgungsstrukturen an ihre wirtschaftlichen und technischen Grenzen. Die direkte Übertragung von Gleichstrom über größere Entfernungen erwies sich als verlustreich und kostenintensiv. Aus diesem Grund entstand am Bahnhof Bismarckstraße ein Umformerwerk zur dezentralen Stromversorgung der westlichen Streckenabschnitte. Vorgesehen waren vier Einankerumformer mit jeweils zugeordneten Transformatoren von 730 kW Leistung, die hochgespannten Drehstrom in den für den Bahnbetrieb erforderlichen Gleichstrom von 780 Volt umwandeln sollten. Zunächst wurden jedoch lediglich zwei dieser Umformersätze installiert. Das Werk war zugleich für die geplante Erweiterung der Bahn entlang des Kaiserdamms in Richtung Westend ausgelegt. Die Erzeugung des benötigten Drehstroms sollte zunächst weiterhin im Kraftwerk Trebbiner Straße erfolgen. Da die räumlichen Kapazitäten innerhalb des Maschinenhauses jedoch keinen Einbau zusätzlicher Motorgeneratoren zuließen, wurden übergangsweise zwei der für das Umformerwerk Bismarckstraße vorgesehenen Einankerumformer auf dem Gelände des Kraftwerks provisorisch installiert. Diese dienten der Erzeugung von Drehstrom mit einer Spannung von 10.000 Volt und einer Frequenz von 40 Perioden pro Sekunde.

Das Modell


Das Gebäude des Kraftwerk Trebbiner Strasse misst 61 Zentimeter in Länge, mit Kaminsockel 31 Zentimeter Tiefe und ist 38 Zentimeter hoch. Der Kamin hat eine maßstabsgetreue Gesamthöhe von 97 Zentimetern. Die Inneneinrichtung des Modells entstand als Annäherung an historische Vorlagen, da die Zeichnungen auf denen die Einteilung im Kraftwerk zu sehen ist, Gebhard Reitz erst zur Verfügung standen, als der Modellbau bereits abgeschlossen war. Die Inneneinrichtung war also genau umgekehrt, d.h. die Heizkessel befanden sich in der oberen Etage und die Dampfmaschinen im Erdgeschoss. Die Kohlezufuhr erfolgte in das Kraftwerk erfolgte vom Landwehrkanal aus mit einem pittoresk gestalteten Becherwerk, welches die Kohle aus Lastkähnen entnahm. Über unterirdische Laufbänder die aus Richtung Kanal an die Stirnwand des Kraftwerkes führten wurde die Kohle ins Kraftwerk befördert. Im Kraftwerk wurde die Kohle über ein weiteres, außen angebrachtes Becherwerk senkrecht bis an den Dachgiebel befördert und von dort über ein mittig über die gesamte Kraftwerkslänge gelagertes Förderband zu den links und rechts stehenden Heizkesseln transportiert. Neben dem Becherwerk am Landwehrkanal ist der Wartungskran in der Kraftwerkshalle und die im Gründerstil gestaltete Kraftwerkshalle mit Dampfmaschinen ein echtes Highlight des Modells. Das Gebäude ist von innen mit kompletter Inneneinrichtung ausgestattet und beleuchtet. Das Urmodell wurde in Handarbeit in Messing gebaut, die Fenster und Türen sind aus Messing geätzt und zum erreichen einer vorbildgerechten Plastizität aufgedoppelt. Die Schornsteine wurden als Urmodelle in Messing gefertigt und in Weissmetall gegossen. Der Wartungskran ist aus geätztem Messing konstruiert, die Laufkatze ist aus Messingfeinguss gefertigt. Die Dampfmaschinen sind aus Weissmetall mit Messingfeingussteilen gefertigt.

Werfen wir zusammen einen Blick durch die Fenster des Kraftwerks Trebbiner Strasse und in die Dampfmaschinenhalle































Das Becherwerk am Landwehrkanal















Anhalter Bahnhof

Kapitel Bahnhofsgebäude

BW Anhalter Bahnhof

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Vierwegekreuzung

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Hochbahnbrücke

Kapitel Hochbahn

U-Bahnhof Möckernbrücke

Kapitel Möckernbrücke

Torhaus

Kapitel Torhaus

Trebbiner Strasse

Kapitel Trebbiner Str

Strassenbahndepot

Kapitel Strassenbahndepot


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