Reitz Modellbau P8


Geschichte Anhalter Bahnhof Berlin



Epoche und historische Einordnung


Das Modell des Anhalter Bahnhofs Berlin, gebaut von Goldschmiedemeister Gebhard Reitz zeigt den Bahnhof im Zustand des Jahres 1927-1928.

Bedeutung und das Tor nach Süden


Der Anhalter Bahnhof war nach dem Potsdamer Bahnhof der zweitälteste Bahnhof Berlins und zählte bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts zu den bedeutenden Fernbahnhöfen der Stadt. Als Kopfbahnhof spielte er eine zentrale Rolle für Zugverbindungen nach Mittel- und Süddeutschland sowie nach Österreich und Italien. Während des Zweiten Weltkriegs wurde die eindrucksvolle Dachkonstruktion bei alliierten Luftangriffen schwer beschädigt, doch große Teile der Fassade blieben erhalten. Mit der Teilung Deutschlands nahm der Fernverkehr stark ab und wurde 1952 schließlich vollständig eingestellt. Trotz zahlreicher Proteste aus der Bevölkerung erfolgte zwischen 1959 und 1961 der Abriss des Bahnhofsgebäudes. Heute erinnert nur noch das erhaltene Fragment des Portikus an den einst berühmtesten Berliner Fernbahnhof. Der Anhalter Bahnhof befand sich am Askanischen Platz an der Stresemannstraße, unweit des Potsdamer Platzes im heutigen Berliner Ortsteil Kreuzberg. Das erste Bahnhofsgebäude wurde von der Berlin-Anhaltischen Eisenbahn-Gesellschaft unmittelbar vor dem damaligen Anhalter Tor der Berliner Zollmauer errichtet und diente als Endpunkt der Bahnstrecke Berlin–Halle. Die sogenannte „Anhalter Bahn“ verband Berlin mit dem damaligen Fürsten- beziehungsweise Herzogtum Anhalt, das heute Teil des Bundeslandes Sachsen-Anhalt ist. Auch der Name Askanischer Platz sowie mehrere Straßen in der Umgebung des Bahnhofs, die nach Städten aus Anhalt benannt wurden, erinnern bis heute an diese historische Verbindung.

Die Berlin-Anhaltische Eisenbahn


Der erste Anhalter Bahnhof war der nördliche Endpunkt der Berlin-Anhaltischen Eisenbahn, deren Bau 1839 begann und die 1841 eröffnet wurde. Der erste Bahnhof wurde unter der Leitung des Architekten C. Gustav Holtzmann errichtet und am 1. Juli 1841 feierlich eröffnet. Aufgrund der stetig steigenden Zahl an Reisenden wurde der Bahnhof in den folgenden Jahren mehrfach erweiter

Der neue Anhalter und die Zeit des deutschen Kaiserreichs


Obwohl die ersten Planungen bereits im Jahr 1861 begannen, beschlossen die Aktionäre der Berlin-Anhaltischen Eisenbahn-Gesellschaft den vollständigen Neubau des Anhalter Bahnhof erst im Frühjahr 1871, kurz nach der Gründung des Deutschen Kaiserreichs. Mit der Planung des neuen Bahnhofs wurde der Berliner Architekt Franz Schwechten beauftragt. Er entwarf eine monumentale Bahnhofshalle mit einem quer vorgelagerten Empfangsgebäude, das auf einem etwa sechs Meter hohen Sockelgeschoss errichtet wurde. Die Anhebung der Gleisanlagen war notwendig, da die Bahntrasse zwar den Landwehrkanal über Brücken überquerte, die angrenzenden Straßen jedoch zuvor niveaugleich kreuzte und dadurch den Verkehr erheblich behinderte. Für den Bau verwendete Schwechten Greppiner Klinker sowie zahlreiche kunstvoll gestaltete Terrakotta-Formsteine. Besonders beeindruckend war die repräsentative Hallenfassade zur Platzseite mit ihrer korbbogenförmigen Giebelwand und den filigranen Rundbogenreihen. Die gewaltige Hallenkonstruktion aus Fachwerk-Eisenbindern wurde von Heinrich Seidel entworfen. Mit einer Höhe von 34 Metern und einer Spannweite von 62 Metern galt sie damals als größte Bahnhofshalle auf dem europäischen Kontinent. Das Dach überspannte eine Fläche von mehr als 10.000 Quadratmetern völlig stützenfrei. Der technisch anspruchsvolle Neubau entstand zwischen 1874 und 1880. Nach der behördlichen Abnahme wurde der Bahnhof am 15. Juni 1880 ohne große Feierlichkeiten in Betrieb genommen. Der erste Zug nach Lichterfelde verließ den Bahnhof aufgrund des enormen Besucherandrangs mit leichter Verspätung. Für den Kaiser und hochrangige Gäste existierten im Bahnhof eigene Wartesäle. Der erhaltene Torbogen zu diesen Räumen wird heute in der Dauerausstellung des Deutsches Technikmuseum gezeigt.





Die Goldenen Zwanziger und die Weimarer Republik


Nach den schwierigen Jahren infolge des Ersten Weltkriegs gewann der Anhalter Bahnhof in den 1920er-Jahren seinen einstigen Glanz zurück. Mit dem wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Aufschwung der sogenannten „Goldenen Zwanziger“ begann eine neue Ära des luxuriösen Reisens. Die MITROPA entwickelte moderne und komfortable Salonwagen, die eine neue Generation exklusiver Fernreisen ermöglichten. Während zuvor vor allem der Adel luxuriöse Urlaubsreisen unternahm, konnte sich nun zunehmend auch das wohlhabende Bürgertum Reisen zu beliebten Zielen wie der italienischen oder französischen Riviera, der Nord- und Ostsee oder den Schweizer Alpen leisten. Der Anhalter Bahnhof Berlin war Startbahnhof des Riviera-Express von 1900 bis 1914 und 1931 bis 1939. Ab 1923 war der Bahnhof zudem Ausgangspunkt der neuen Fernschnellzüge (FD). Den Anfang machte die Verbindung FD 79/80 zwischen Berlin und München mit direkten Kurswagen bis nach Rom. Neben Schnell- und Eilzügen der Deutschen Reichsbahn verkehrte ab 1931 auch wieder ein internationaler Luxuszug der Compagnie Internationale des Wagons-Lits: der berühmte Riviera-Express. Eine besondere Attraktion entstand 1928 mit dem sogenannten Excelsior-Tunnel. Dieser verband den Bahnhof direkt mit dem nahegelegenen Hotel Excelsior und galt damals als „längster Hoteltunnel der Welt“. Unter der damaligen Königgrätzer Straße, der heutigen Stresemannstraße, befanden sich zudem mehrere Geschäfte und Verkaufsräume. Rund um den Askanischen Platz entwickelte sich in den 1920er- und 1930er-Jahren ein gesellschaftlicher Treffpunkt, an dem sich Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft, Kultur und Gesellschaft begegneten.


Anhalter Bahnhof

Kapitel Bahnhofsgebäude

BW Anhalter Bahnhof

Kapitel Bw

Vierwegekreuzung

Kapitel Vierwege

Hochbahnbrücke

Kapitel Hochbahn

U-Bahnhof Möckernbrücke

Kapitel Möckernbrücke

Torhaus

Kapitel Torhaus

Trebbiner Strasse

Kapitel Trebbiner Str

Strassenbahndepot

Kapitel Strassenbahndepot


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